Der HerZog

von: Christiane Mulder

Ein Herzog zieht ein. Zahlt keine Miete. Und sitzt ausgerechnet im Kopf. Christiane Mulder erzählt von drei Jahren mit einem Hypophysentumor, dem deutschen Gesundheitssystem und einem Alltag, der trotzdem weitergeht mit Kindern, Jahresabschluss und schwarzem Humor.

GenreAutobiografischer Erfahrungsbericht
ZielgruppeLeserinnen und Leser wahrer Krankheits- und Lebensgeschichten
FormatHardcover · 156 Seiten / E-Book · 125 Seiten
ISBN978-3-69633-829-9
ReiheEinzeltitel

Eigentlich sollte er Kermit heißen. Er sah auf dem MRT aus wie ein Frosch, saß genauso satt und selbstzufrieden in Christianes Kopf und die Farbe passte auch ungefähr. Leider war der Name bereits vergeben.

Also wurde er der Herzog. Was im Nachhinein besser passt. Herzöge zahlen schließlich auch keine Miete.

Was folgt, sind drei Jahre, die so nicht im Kalender standen.

Ein Hypophysentumor. Eine Diagnose, die sich durch das deutsche Gesundheitssystem kämpft: mit Sommerpause, drei Ärzten mit drei verschiedenen Meinungen zu demselben Bild, Befunden, die auf sich warten lassen, als wäre Zeit eine Ressource, die nur Gesunde haben, und einer Chirurgin, die am Tag nach der Operation beiläufig erwähnt, dass sie schon bessere OPs hatte.

Christiane Mulder schreibt darüber, wie das Leben weitergeht. Mit Jahresabschluss, Kindern, schwarzem Humor und der festen Überzeugung, dass Funktionieren und Auseinanderfallen sich nicht gegenseitig ausschließen.

Kein Pathos. Kein Ratgeber. Keine fünf Schritte zur inneren Heilung.

Nur drei Jahre. Ungekürzt. Trocken. Mit einem Tumor, der auf einen Namen hört, den er eigentlich nicht haben sollte.

Der Herzog sitzt noch. Ich auch.